Blog rund um Strom und Spannung

Wie lange hält eine USV bei einem Stromausfall?

von Abteilung USV-Anlagen

„Wie lange läuft unsere Anlage weiter, wenn jetzt der Strom ausfällt?“ Diese Frage hören wir häufig – meistens dann, wenn bereits eine USV vorhanden ist, aber niemand die tatsächliche Überbrückungszeit unter der aktuellen Belastung sicher benennen kann.

Auf dem Display stehen vielleicht 20 Minuten. Im Datenblatt werden 15 Minuten angegeben. Gleichzeitig wurden in den vergangenen Jahren weitere Server, Steuerungen oder Netzwerkkomponenten angeschlossen. Die Batterien sind ebenfalls nicht mehr neu. Welche Laufzeit bleibt unter diesen Bedingungen wirklich übrig?

Die ehrliche Antwort lautet: Eine USV hält bei einem Stromausfall so lange, wie ihre nutzbare Batterieenergie die tatsächlich angeschlossene Last versorgen kann. Das können wenige Minuten, aber auch mehrere Stunden sein. Eine belastbare Aussage ist erst möglich, wenn Last, Batteriekonfiguration, Batteriezustand und gewünschtes Schutzziel gemeinsam betrachtet werden.

Wie lange überbrückt eine USV typischerweise?

Kompakte Standard-USV-Systeme sind häufig darauf ausgelegt, angeschlossene Geräte für ungefähr 5 bis 15 Minuten weiterzuversorgen. Diese Zeit reicht in vielen IT-Anwendungen aus, um kurze Netzstörungen zu überbrücken oder Server und Computer kontrolliert herunterzufahren. Mit zusätzlichen Batteriemodulen oder externen Batterieschränken sind je nach Leistung und Konfiguration 30, 60, 120 Minuten oder noch längere Autonomiezeiten möglich.

Die folgende Übersicht zeigt typische Planungsbereiche. Dabei handelt es sich nicht um verbindliche Vorgaben, sondern um eine erste technische Orientierung:

Anwendung Ziel der USV Typischer Planungsbereich
PC, Arbeitsplatz oder kleines Netzwerk Daten sichern und Geräte herunterfahren 5 bis 15 Minuten
Server, Storage und Netzwerktechnik Kurze Ausfälle überbrücken oder geordnet abschalten 10 bis 30 Minuten
USV vor einer Netzersatzanlage Zeit bis zum stabilen Generatorbetrieb überbrücken 10 bis 30 Minuten einschließlich Reserve
Industrielle Steuerung oder Prozessanlage Prozess weiterführen oder kontrolliert beenden 15 bis 60 Minuten
Kritische Infrastruktur Definierter Weiterbetrieb nach Sicherheits- und Betriebskonzept 30 Minuten bis mehrere Stunden

Wichtig ist die Formulierung „bei definierter Last“. Die gleiche USV kann bei 30 Prozent Auslastung erheblich länger arbeiten als bei 80 oder 100 Prozent. Produktdaten zeigen deshalb häufig unterschiedliche Werte für Halb- und Volllast. Bei einzelnen Modellen sinkt die angegebene Laufzeit beispielsweise von rund 15 Minuten bei halber Last auf ungefähr 7 Minuten bei voller Last.

USV-Anlage im Serverraum während eines Stromausfalls mit beleuchteter Batterieanzeige und laufenden Serversystemen
Die tatsächliche Überbrückungszeit einer USV hängt von der angeschlossenen Last, der Batteriekapazität und dem Zustand der Batterien ab.

Wovon hängt die Laufzeit einer USV ab?

Die tatsächliche Wirkleistung der Verbraucher

Für die Überbrückungszeit ist vor allem entscheidend, wie viel elektrische Leistung die angeschlossenen Verbraucher tatsächlich aufnehmen. Diese Wirkleistung wird in Watt oder Kilowatt angegeben.

Die Nennleistung der USV in VA oder kVA zeigt zunächst, welche elektrische Last das System grundsätzlich versorgen kann. Daraus lässt sich jedoch nicht direkt ableiten, wie lange die Batterie hält. Eine USV mit 10 kVA kann je nach Batterieausstattung und Last nur wenige Minuten oder deutlich länger als eine Stunde überbrücken.

Für eine belastbare Auslegung sollten deshalb nicht nur Typenschilder addiert werden. Besser ist eine Messung unter realistischen Betriebsbedingungen. Besonders bei Motoren, Netzteilen, Pumpen, Kompressoren und industriellen Maschinen müssen außerdem Einschaltströme, Lastsprünge und nichtlineare Lasten berücksichtigt werden.

Die verfügbare Batteriekapazität

Die gespeicherte Energie wird durch die Batteriespannung, die Kapazität in Amperestunden, die Anzahl der Batterieblöcke und die Verschaltung der Batteriestränge bestimmt. Externe Batteriemodule oder Batterieschränke erhöhen die verfügbare Energie und damit die mögliche Überbrückungszeit.

Mehr Batteriekapazität bedeutet jedoch nicht automatisch, dass beliebig viele Batterieschränke angeschlossen werden können. Das Ladegerät der USV muss zur Batteriekonfiguration passen. Andernfalls verlängert sich die Wiederaufladezeit erheblich oder die vorgesehene Batteriekapazität kann nicht ordnungsgemäß geladen werden.

Der Batterietyp

In USV-Anlagen werden von uns VRLA-Blei-Batterien, Lithium-Ionen-Batterien und bei besonderen Anwendungen auch NiCd-Batterien eingesetzt. Die Technologien unterscheiden sich in Lebensdauer, Zyklenfestigkeit, Gewicht, Temperaturverhalten, Platzbedarf und Investitionskosten.

Die Batterietechnologie wirkt sich nicht nur die Nutzungsdauer aus, sondern auch auf die verfügbare Leistung bei hohen Entladeströmen. Deshalb dürfen Laufzeitwerte unterschiedlicher Batteriesysteme nicht nur anhand der angegebenen Amperestunden verglichen werden.

Alter und Zustand der Batterie

USV-Laufzeitangaben werden üblicherweise mit neuen, vollständig geladenen Batterien unter festgelegten Bedingungen ermittelt. Mit zunehmendem Alter sinkt die verfügbare Kapazität. Häufige Entladungen, lange Lagerzeiten, Tiefentladungen und ungünstige Umgebungstemperaturen können diesen Prozess beschleunigen. Unsere Batterielieferanten weisen ausdrücklich darauf hin, dass Batteriealter, Ladezustand und Umgebungsbedingungen das Ergebnis verändern.

Eine USV kann daher elektrisch vollkommen funktionsfähig erscheinen und trotzdem deutlich weniger Autonomie liefern als bei der Inbetriebnahme. Der regelmäßige Selbsttest erkennt viele Fehler, ersetzt aber nicht in jedem Fall eine Kapazitätsprüfung unter kontrollierten Bedingungen.

Die Umgebungstemperatur

Batterien reagieren empfindlich auf Wärme. Ein optimaler Temperaturbereich für USV-Systeme reicht von 15 bis 25 °C für eine maximale Batterielebensdauer. Für VRLA-Batterien gilt ein optimaler Bereich von etwa 20 bis 25 °C. Höhere Temperaturen können die Lebensdauer deutlich verkürzen.

Ein schlecht belüfteter Technikraum, ein Batterieschrank neben einer Wärmequelle oder dauerhaft erhöhte Temperaturen können daher dazu führen, dass die Batterie früher altert und die vorgesehene Laufzeit nicht mehr erreicht.

Laständerungen während des Stromausfalls

Die Last bleibt im Batteriebetrieb nicht immer konstant. Lüfter, Pumpen, Heizungen oder Antriebe können zyklisch ein- und ausschalten. Server verändern ihre Leistungsaufnahme je nach Auslastung. In Produktionsanlagen kommen unterschiedliche Betriebszustände hinzu.

Eine Auslegung ausschließlich anhand eines momentanen Messwertes kann deshalb zu knapp sein. Sinnvoll ist eine Betrachtung des ungünstigsten realistischen Betriebszustands sowie eine Reserve für spätere Erweiterungen.

Ein typisches Praxisbeispiel:
Warum aus 12 Minuten plötzlich nur noch 6 wurden

Das folgende Beispiel zeigt eine realistisch aufgebaute Projektsituation. Die Werte dienen der technischen Veranschaulichung.

In einem mittelständischen Produktionsbetrieb sicherte eine 10-kVA-USV die Steuerung einer Verpackungslinie ab. Zum geschützten Bereich gehörten die SPS, zwei Industrie-PCs, mehrere Netzwerkkomponenten, Sensorik, ein Bedienpanel und ausgewählte Hilfsantriebe.

Bei der ursprünglichen Inbetriebnahme betrug die gemessene Last rund 2,9 kW. Die installierte Batterie erreichte unter diesen Bedingungen eine Autonomie von ungefähr zwölf Minuten. Das Ziel bestand darin, kurze Netzstörungen zu überbrücken und bei längeren Ausfällen einen kontrollierten Anlagenstopp einzuleiten.

Das Problem

Vier Jahre später wurde im Rahmen einer Wartung ein kontrollierter Batterietest durchgeführt. Die USV schaltete bereits nach etwa sechs Minuten ab.

Die Prüfung zeigte drei wesentliche Ursachen:

  • Durch zusätzliche Netzwerkgeräte und Steuerungskomponenten war die Last auf rund 3,8 kW gestiegen.
  • Die VRLA-Batterien hatten nach mehreren Betriebsjahren einen Teil ihrer ursprünglichen Kapazität verloren.
  • Im Technikraum wurden während der Sommermonate regelmäßig Temperaturen von ungefähr 29 °C erreicht.

Die USV war nicht überlastet. Im normalen Netzbetrieb trat deshalb keine Störung auf. Die verringerte Autonomie wurde erst beim gezielten Test sichtbar.

Die neue Zieldefinition

Gemeinsam mit dem Betreiber wurde der Abschaltablauf analysiert. Vom Erkennen des Netzausfalls bis zum sicheren Stillstand der Linie wurden neun Minuten benötigt. Zusätzlich sollten mindestens fünf Minuten Reserve für Verzögerungen und den weiteren Kapazitätsverlust während der kommenden Nutzungsjahre vorhanden sein.

Eine Auslegung auf lediglich 14 Minuten im Neuzustand wäre erneut zu knapp gewesen. Deshalb wurde für die neue Konfiguration eine deutlich höhere Anfangslaufzeit festgelegt.

Die Lösung

  • Austausch des gealterten Batteriesatzes
  • Erweiterung um eine passend dimensionierte externe Batterieeinheit
  • Verbesserung der Belüftung im Technikraum
  • Trennung unkritischer Verbraucher von der gesicherten Versorgung
  • Einrichtung definierter Warn- und Abschaltschwellen
  • Dokumentation der Last und jährliche Überprüfung

Bei der abschließenden Prüfung erreichte das System unter der aktuellen Produktionslast eine Autonomie von rund 22 Minuten. Damit standen ausreichend Zeit für den kontrollierten Stopp und eine Reserve für Alterung und betriebliche Verzögerungen zur Verfügung.

Die wichtigste Erkenntnis

Die USV-Leistung von 10 kVA war nicht das Problem. Entscheidend waren die veränderte Last, das Batteriealter und die erhöhte Temperatur. Ohne eine Messung unter realistischen Bedingungen wäre die verkürzte Überbrückungszeit wahrscheinlich erst beim nächsten tatsächlichen Stromausfall aufgefallen.

Wie lässt sich die USV-Laufzeit berechnen?

Für eine erste Abschätzung kann folgende vereinfachte Beziehung verwendet werden:

Laufzeit = nutzbare Batterieenergie ÷ tatsächliche Verbraucherleistung

Die nominelle Batterieenergie ergibt sich vereinfacht aus Batteriespannung, Kapazität und Anzahl beziehungsweise Verschaltung der Batterien. In der Praxis steht jedoch nicht die gesamte rechnerische Energie am USV-Ausgang zur Verfügung.

Zu berücksichtigen sind unter anderem:

  • Wirkungsgrad von Wechselrichter und USV-System
  • Entladerate der Batterie
  • zulässige Entladeschlussspannung
  • Batterietemperatur
  • Batteriealter und Kapazitätsverlust
  • Eigenbedarf der USV
  • Lastspitzen und dynamische Verbraucher
  • vorgesehene Sicherheits- und Alterungsreserve

Die einfache Rechnung eignet sich daher zur Plausibilitätskontrolle, aber nicht als alleinige Grundlage für eine professionelle Auslegung. Hersteller berechnen die Autonomie anhand geprüfter Laufzeitkurven und konkreter Batterie-USV-Kombinationen. Auch dort bleiben die Ergebnisse Näherungswerte, weil der spätere Betrieb von den Prüfbedingungen abweichen kann.

Vorgehensweise für eine belastbare Auslegung

  1. Kritische Verbraucher festlegen: Nicht jede Steckdose und nicht jede Maschine muss während eines Stromausfalls weiter versorgt werden.
  2. Wirkleistung messen: Die reale Leistung sollte unter typischen und ungünstigen Betriebsbedingungen erfasst werden.
  3. Lastspitzen prüfen: Anlaufströme, Schaltnetzteile, Motoren und dynamische Prozesse müssen zur Überlastfähigkeit der USV passen.
  4. Schutzziel definieren: Soll die USV nur einen Shutdown ermöglichen, einen Generatorstart überbrücken oder den Prozess längere Zeit weiterführen?
  5. Zielzeit mit Reserve festlegen: Batteriealterung, Erweiterungen und betriebliche Verzögerungen dürfen nicht vergessen werden.
  6. Herstellerkurven verwenden: Entscheidend ist die Laufzeit der konkreten USV- und Batteriekonfiguration bei der gemessenen Last.
  7. Abschaltkonzept einrichten: Warnschwellen, automatische Abschaltung und Lastabwurf sollten vor dem Ernstfall festgelegt werden.
  8. Ergebnis prüfen: Nach der Installation sollte eine kontrollierte Funktions- oder Autonomieprüfung erfolgen.
Servicetechniker prüft mit einem Messgerät die Batteriespannung einer USV-Anlage in einem geöffneten Batterieschrank
Regelmäßige Messungen helfen dabei, schwache oder gealterte Batterien frühzeitig zu erkennen und die verfügbare Überbrückungszeit zuverlässig einzuschätzen.

Typische Planungsfehler bei der Überbrückungszeit

Die Nennleistung wird mit der Batterielaufzeit verwechselt

Eine größere kVA-Angabe bedeutet zunächst nur, dass die USV eine größere Last versorgen kann. Ohne Informationen zur Batterie lässt sich daraus keine Autonomiezeit ableiten.

Die Auslegung basiert ausschließlich auf Typenschildern

Typenschilder zeigen häufig maximale Anschluss- oder Nennleistungen. Die tatsächliche Leistungsaufnahme kann davon deutlich abweichen. Gleichzeitig können kurzfristige Spitzen auftreten, die ein einfacher Durchschnittswert nicht abbildet.

Es wird ohne Alterungsreserve geplant

Eine Anlage, die mit neuen Batterien exakt 15 Minuten erreicht, wird diese Zeit nicht über die gesamte Nutzungsdauer unverändert liefern. Wird eine garantierte Mindestlaufzeit benötigt, muss die Anfangskapazität entsprechend größer ausgelegt werden.

Zusätzliche Verbraucher werden unbemerkt angeschlossen

In der Praxis wachsen abgesicherte Systeme. Weitere Switches, Server, Steuerungen, Monitore oder Peripheriegeräte werden angeschlossen, ohne die ursprüngliche Auslegung zu überprüfen. Die USV funktioniert weiterhin, ihre Laufzeit sinkt jedoch.

Der Generatorstart wird zu knapp angesetzt

Bei einer Kombination aus USV und Netzersatzanlage reicht es nicht, nur die nominelle Startzeit des Generators zu betrachten. Hinzu kommen Fehlererkennung, Startvorgang, Hochlauf, Spannungs- und Frequenzstabilisierung, Umschaltung sowie eine Reserve für einen verzögerten oder wiederholten Start.

Ein angezeigter Laufzeitwert wird als Garantie verstanden

Die Anzeige einer USV basiert auf Messwerten und hinterlegten Batteriemodellen. Sie ist eine hilfreiche Prognose, aber keine garantierte Restlaufzeit. Laständerungen und eine ungleichmäßige Batteriealterung können die tatsächliche Zeit beeinflussen.

Die USV wird ohne Abschaltstrategie betrieben

Wenn die Batterie vollständig entladen ist, schaltet die USV ab. Ohne automatisierten Shutdown oder definierten Prozessstopp tritt dann genau der harte Ausfall ein, den die USV eigentlich verhindern sollte – lediglich einige Minuten später.

Welche Überbrückungszeit ist für die eigene Anwendung sinnvoll?

Nur ein kontrolliertes Herunterfahren

Für einzelne Computer, kleine Server oder Netzwerkgeräte reichen häufig 5 bis 15 Minuten. Voraussetzung ist, dass der Shutdown automatisch gestartet wird und innerhalb der verfügbaren Zeit sicher abgeschlossen werden kann.

Hersteller nennen diesen Bereich ebenfalls als typische Autonomie für einfache Standardsysteme.

Überbrückung bis zur Netzersatzanlage

Hier sollte die USV nicht nur die erwartete Generatorstartzeit abdecken. Sinnvoll ist eine zusätzliche Reserve für Startprobleme, Umschaltzeiten und einen kontrollierten Abbruch, falls die Ersatzstromversorgung nicht übernimmt.

Benötigt der Generator unter normalen Bedingungen beispielsweise zwei Minuten bis zur stabilen Versorgung, bedeutet das nicht, dass eine USV mit drei Minuten Laufzeit ausreichend dimensioniert ist. Die Auslegung sollte einen realistischen Fehlerfall berücksichtigen.

Kontrollierter Stopp eines industriellen Prozesses

Manche Anlagen dürfen nicht schlagartig stehen bleiben. Werkstücke müssen aus einem Bearbeitungsbereich gefahren, Ventile geschlossen, Prozessdaten gespeichert oder Steuerungen in einen definierten Zustand versetzt werden.

Die erforderliche Zeit ergibt sich dann aus dem tatsächlichen Abschaltablauf. Zusätzlich muss geprüft werden, welche Antriebe, Pumpen, Steuerungen und Hilfssysteme während dieses Vorgangs weiterhin versorgt werden müssen.

Weiterbetrieb während längerer Ausfälle

Soll ein Prozess über längere Zeit vollständig weiterlaufen, kann ein großer Batteriespeicher erforderlich werden. Häufig ist eine Kombination aus USV und Netzersatzanlage technisch und wirtschaftlich sinnvoller:

Die USV übernimmt unterbrechungsfrei, während der Generator die Energie für längere Ausfälle bereitstellt.

Lastabwurf statt überdimensionierter Batterie

Nicht jeder Verbraucher ist gleich kritisch. Durch einen geplanten Lastabwurf können weniger wichtige Systeme im Batteriebetrieb abgeschaltet werden. Die verbleibende Energie steht dann den wirklich kritischen Verbrauchern zur Verfügung.

Dieses Vorgehen kann die Autonomie deutlich verlängern, ohne das gesamte Batteriesystem vergrößern zu müssen. Voraussetzung sind eine saubere Priorisierung und eine technisch sichere Schaltstrategie.

Techniker kontrolliert eine industrielle USV-Anlage neben einer automatisierten Produktionslinie
In Produktionsbetrieben sichert die USV Steuerungen, Prozessdaten und kritische Verbraucher, bis die Anlage kontrolliert abgeschaltet oder eine Ersatzstromversorgung übernommen hat.

Normen, Batteriealter und Wartung

DIN EN IEC 62040-3 für Leistung und Prüfung

Die aktuelle DIN EN IEC 62040-3:2022-10 beziehungsweise VDE 0558-530 beschreibt Methoden zur Festlegung der Leistungs- und Prüfanforderungen vollständiger USV-Systeme. Sie ist unter anderem für die Bewertung von Betriebsverhalten, Klassifizierung und Prüfbedingungen relevant. Die Norm ersetzt die Ausgabe aus dem Jahr 2011.

Für Betreiber bedeutet das: Laufzeit- und Leistungsangaben sollten sich auf klar definierte Bedingungen beziehen. Werte verschiedener Systeme sind nur dann sinnvoll vergleichbar, wenn Last, Betriebsart, Batterieausstattung und Prüfbedingungen bekannt sind.

IEC 62040-1 für die Sicherheit der USV

IEC 62040-1 behandelt die Sicherheitsanforderungen an USV-Systeme. Dazu gehören unter anderem Schutzmaßnahmen gegen elektrische, thermische, mechanische und energiebezogene Gefährdungen. Installation, Betrieb und Wartung müssen entsprechend den Herstellervorgaben erfolgen.

DIN EN IEC 62485-2 für stationäre Batterieanlagen

Für stationäre Batterien ist DIN EN IEC 62485-2 beziehungsweise VDE 0510-485-2 relevant. Sie beschreibt Sicherheitsanforderungen im Zusammenhang mit Errichtung, Betrieb, Inspektion, Wartung und Entsorgung. Behandelt werden unter anderem elektrische Gefährdungen, Gasemissionen und Elektrolyt.

DIN EN 50171 nur für definierte Sicherheitseinrichtungen

DIN EN 50171:2022-10 gilt für zentrale Sicherheitsstromversorgungssysteme, die notwendige Sicherheitseinrichtungen versorgen. Dazu können beispielsweise Sicherheitsbeleuchtung, Rauchabzugseinrichtungen oder bestimmte Alarm- und Sicherheitssysteme gehören. Die Norm gilt nicht allgemein für gewöhnliche IT- oder Industrie-USV-Systeme. Seit April 2025 ist zusätzlich eine Berichtigung verfügbar.

Wie lange halten USV-Batterien?

Die Lebensdauer einer Batterie ist nicht mit der Überbrückungszeit zu verwechseln. Die Lebensdauer beschreibt, über wie viele Jahre die Batterie voraussichtlich eingesetzt werden kann. Die Überbrückungszeit beschreibt dagegen, wie viele Minuten oder Stunden sie die Last während eines konkreten Stromausfalls versorgt.

Schneider Electric nennt für interne VRLA-Batterien häufig eine typische Lebensdauer von etwa drei bis fünf Jahren. Für Lithium-Ionen-Batterien werden je nach System längere Zeiträume genannt. Nutzung, Entladungen, Temperatur und Wartung beeinflussen die tatsächliche Lebensdauer erheblich.

Ein fester Austausch nach Kalender reicht bei kritischen Anlagen trotzdem nicht aus. Sinnvoll ist ein zustandsorientiertes Konzept aus Sichtprüfung, Messung, Protokollierung, Selbsttests und – abhängig von der Kritikalität – kontrollierten Kapazitäts- oder Autonomieprüfungen.

Fazit: Die richtige USV-Laufzeit wird geplant und geprüft

Eine pauschale Antwort wie „Eine USV hält zehn Minuten“ ist für eine technische Planung nicht ausreichend. Zehn Minuten können für einen automatischen Server-Shutdown vollkommen genügen und für einen industriellen Prozess deutlich zu wenig sein.

Entscheidend sind vier Fragen:

  • Welche Verbraucher müssen tatsächlich weiterlaufen?
  • Wie hoch ist deren reale Leistung einschließlich Lastspitzen?
  • Wie lange muss der Prozess sicher versorgt werden?
  • Welche Reserve wird für Batteriealterung, Erweiterungen und Störungen benötigt?

Erst danach werden USV-Leistung, Batteriekapazität, Batterietechnologie und gegebenenfalls die Kombination mit einer Netzersatzanlage festgelegt.

Häufige Fragen zur Laufzeit einer USV

Häufige Fragen zur Laufzeit einer USV

Wie lange hält eine normale USV?

Kompakte Standard-USV-Systeme erreichen bei typischer Belastung häufig ungefähr 5 bis 15 Minuten. Die konkrete Laufzeit hängt von der angeschlossenen Leistung, der Batterieausstattung und dem Batteriezustand ab. Systeme mit externen Batteriemodulen können deutlich längere Zeiten erreichen.

Zuletzt aktualisiert am 23.07.2026 von Thiele KG.

Hält eine USV bei halber Last doppelt so lange?

Nicht zwingend. Eine geringere Last verlängert die Laufzeit deutlich, der Zusammenhang ist jedoch nicht über den gesamten Bereich linear. Für eine verlässliche Aussage sollten die Laufzeitkurven der konkreten USV- und Batteriekonfiguration verwendet werden.

Zuletzt aktualisiert am 23.07.2026 von Thiele KG.

Kann man die Überbrückungszeit einer USV verlängern?

Ja. Je nach USV kann die Laufzeit durch externe Batteriemodule oder Batterieschränke verlängert werden. Zusätzlich kann ein geplanter Lastabwurf unkritischer Verbraucher die verfügbare Autonomie erhöhen. Vor einer Erweiterung müssen Ladegerät, Batteriespannung, zulässige Konfiguration und Wiederaufladezeit geprüft werden.

Zuletzt aktualisiert am 23.07.2026 von Thiele KG.

Bedeutet eine größere USV automatisch eine längere Laufzeit?

Nein. Die Leistung in VA, kVA, Watt oder Kilowatt beschreibt hauptsächlich, welche Last die USV versorgen kann. Die Laufzeit hängt zusätzlich von der installierten Batterieenergie ab. Eine leistungsstärkere USV kann mit einer kleinen Batterie eine kürzere Laufzeit besitzen als ein kleineres System mit großer Batterieausstattung.

Zuletzt aktualisiert am 23.07.2026 von Thiele KG.

Wie lange hält eine USV-Batterie?

Bei VRLA-Batterien nennen Hersteller häufig eine typische Gebrauchsdauer von etwa drei bis fünf Jahren. Temperatur, Entladungen, Ladebedingungen und Wartung können die tatsächliche Lebensdauer verkürzen oder verlängern. Die verbleibende Kapazität sollte bei kritischen Anlagen regelmäßig geprüft werden.

Zuletzt aktualisiert am 23.07.2026 von Thiele KG.

Wie kann die tatsächliche USV-Laufzeit getestet werden?

Ein Autonomietest sollte kontrolliert, dokumentiert und unter realistischen Lastbedingungen durchgeführt werden. Bei kritischen oder fest angeschlossenen Anlagen darf nicht einfach unvorbereitet die Netzversorgung getrennt werden. Der Test muss zum Betriebskonzept, zur Anlage und zu den Herstellervorgaben passen.

 

Zuletzt aktualisiert am 23.07.2026 von Thiele KG.

Was passiert, wenn die USV-Batterie leer ist?

Erreicht die Batterie ihre zulässige Entladeschlussspannung, schaltet die USV den Ausgang ab. Ohne automatisierten Shutdown oder kontrollierten Prozessstopp verlieren die angeschlossenen Verbraucher dann ihre Versorgung. Warn- und Abschaltschwellen sollten deshalb vorab eingerichtet und getestet werden.

Zuletzt aktualisiert am 23.07.2026 von Thiele KG.

Kann eine USV ein Unternehmen mehrere Stunden versorgen?

Technisch ist eine mehrstündige Überbrückung möglich, erfordert bei größeren Lasten jedoch umfangreiche Batteriesysteme. Für längere Ausfälle ist häufig eine Kombination aus USV und Netzersatzanlage wirtschaftlicher. Die USV übernimmt unterbrechungsfrei, bis der Generator stabil zur Verfügung steht.

Zuletzt aktualisiert am 23.07.2026 von Thiele KG.

Welche Angaben werden für die Auslegung benötigt?

Benötigt werden mindestens Eingangsspannung, Ausgangsspannung, tatsächliche Wirkleistung, Scheinleistung beziehungsweise Leistungsfaktor, Art der Verbraucher und gewünschte Mindestlaufzeit. Zusätzlich sind Lastspitzen, Umgebungstemperatur, Erweiterungspläne und die Einbindung einer Netzersatzanlage relevant.

Zuletzt aktualisiert am 23.07.2026 von Thiele KG.

Die Thiele KG unterstützt Sie bei der Ermittlung der tatsächlichen Last, der Auslegung der erforderlichen Überbrückungszeit und der Auswahl eines passenden USV- und Batteriesystems.

Dabei betrachten wir nicht nur den Neuzustand, sondern auch Betrieb, Wartung, Erweiterbarkeit und die erforderliche Mindestlaufzeit über den gesamten vorgesehenen Nutzungszeitraum.

USV für Ihre Anwendung planen

Telefon: +49 7191 35600
E-Mail: service@thiele-kg.de

Zurück zur Newsübersicht

Thiele KG

Thiele KG Power Adapting
Stuttgarter Strasse 66
71554 Weissach im Tal
Germany

Newsletter abonnieren

Sie stimmen zu, Werbemails der Thiele KG zu erhalten.
Dies kann jederzeit widerrufen werden.

Bitte addieren Sie 5 und 7.
Copyright 2026 THIELE KG - Alle Rechte vorbehalten.
Einstellungen gespeichert

Cookie-Hinweis

Diese Website benutzt Cookies, die für den technischen Betrieb der Website erforderlich sind und stets gesetzt werden. Andere Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren, werden nur mit Ihrer Zustimmung gesetzt. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter.

Einige Services verarbeiten personenbezogene Daten in den USA. Mit Ihrer Einwilligung zur Nutzung dieser Services willigen Sie auch in die Verarbeitung Ihrer Daten in den USA gemäß Art. 49 (1) lit. a GDPR ein. Der EuGH stuft die USA als ein Land mit unzureichendem Datenschutz nach EU-Standards ein. Es besteht beispielsweise die Gefahr, dass US-Behörden personenbezogene Daten in Überwachungsprogrammen verarbeiten, ohne dass für Europäerinnen und Europäer eine Klagemöglichkeit besteht.

Hier finden Sie eine Übersicht über alle verwendeten Cookies. Sie können Ihre Einwilligung zu ganzen Kategorien geben oder sich weitere Informationen anzeigen lassen und so nur bestimmte Cookies auswählen.

user_privacy_settings

Domainname: thiele-kg.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert die Privacy Level Einstellungen aus dem Cookie Consent Tool "Privacy Manager"

user_privacy_settings_expires

Domainname: thiele-kg.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert die Speicherdauer der Privacy Level Einstellungen aus dem Cookie Consent Tool "Privacy Manager".

ce_popup_isClosed

Domainname: thiele-kg.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert, dass das Popup (Inhaltselement - Popup) durch einen Klick des Benutzers geschlossen wurde.

view_isGrid

Domainname: thiele-kg.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert die gewählte Listen / Spalten Ansicht des Produktkataloges

outdated-browser: "confirmed"

Domainname: thiele-kg.de
Ablauf: 30 Tage
Speicherort: Localstorage
Beschreibung: Speichert den Zustand der Hinweisleiste "Outdated Browser".
You are using an outdated browser. The website may not be displayed correctly. Close